Low-Carb – Was ist dran am Diäthype?

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Wer abnehmen will und fit sein möchte, muss möglichst wenig Kohlenhydrate zu sich nehmen. So zumindest die weitläufig verbreitete Meinung. Nicht nur Bodybuilder setzen immer mehr auf eine Kalorienversorgung, die vorrangig durch Proteine und Fette erfolgt, sondern wohl beinahe jeder Abnehmwillige hat es wohl schon mal mit einer sogenannten Lowcarb-Diät versucht.

Doch was bringt Lowcarb wirklich? Und welche Gefahren bergen sich dahinter?

Ein wichtiger Fakt schon mal vorab: Kohlenhydrate sind unser erster Energielieferant. Sie versorgen nicht nur unsere Muskeln, sondern auch unser Gehirn mit Energie. Der Körper kann Kohlenhydrate besonders schnell umwandeln und muss dazu nicht extra Energie aufbringen, wie dies bei der Verwandlung von Proteinen und Fetten der Fall ist. Außerdem sind Kohlenhydrate eine wichtige Quelle für Mineralstoffe, Vitamine und Ballaststoffe. Daher sollten mindestens 50-60% unserer Kalorienzufuhr aus Kohlenhydraten bestehen.

Essen wir weniger Kohlenhydrate, steigt automatisch der Konsum von Fetten und Proteinen, was häufig einen Anstieg des Cholesterinspiegels zur Folge hat. Nehmen wir nicht genug Ballaststoffe auf, kann dies unter anderem zu Verstopfung führen. Ballaststoffe beugen zudem Krankheiten wie Arteriosklerose, Herzinfarkt und Diabetes (Typ 2) vor. Und unsere Gesundheit sollte schließlich immer unser oberstes Ziel sein – weit vor dem Erstreben der vermeintlichen Idealfigur!

Denn es stimmt, dass unser Körper auf eine verminderte Kohlenhydrataufnahme zunächst mit einem Gewichtsverlust reagiert. Davon angespornt, verfolgen viele Menschen weiter diese Art von Ernährung und tun sich und ihrer Gesundheit damit auf Dauer wahrlich nichts Gutes!

 

Wie mache ich es richtig?

Kohlenhydrate sind nicht gleich Kohlenhydrate. Auf unserem Speiseplan sollten primär komplexe Kohlenhydrate aus naturbelassenen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Getreide (am besten Vollkorn) stehen. Eine weitere hervorragende Quelle sind Obst und Gemüse, die zudem einen hohen Wasseranteil und somit eine geringe Energiedichte aufweisen. Außerdem stecken sie voller Mineralstoffe, Vitamine und Ballaststoffe.

Keine Angst also vor Kohlenhydraten! Sie machen nicht per se dick. Achtung ist geboten bei stark verarbeiteten Produkten, wie industriell hergestelltem Gebäck, Keksen, Weißbrot, u.ä.

Diese Lebensmittel liefern einerseits leere Kalorien, d.h. Kalorien ohne Nährstoffe wie Vitamine oder Mineralstoffe und andererseits lassen sie den Blutzuckerspiegel stark und rapide ansteigen, aber auch sehr schnell wieder abfallen, wodurch wir schnell wieder Heißhunger auf noch mehr Süßes bekommen.

Nehmen wir dagegen komplexe Kohlenhydrate (im besten Fall mit einem hohen Ballaststoffanteil) zu uns, steigt der Blutzuckerspiegel dagegen nur langsam an und fällt dementsprechend auch weniger drastisch und schnell wieder ab.

Oft sind es auch gar nicht die Kohlenhydrate selbst, die uns dick machen, sondern die Sahnesoße, in der die Pasta schwimmt, der Käse, der das Brot beschmiert, oder das Öl, in dem die Kartoffeln frittiert wurden.

Daher ist es ratsam, Kohlenhydrate mit fettarmen Zutaten zu kombinieren, wie Gemüse oder Fisch.

Fazit: weniger Heißhunger, bessere Versorgung mit wichtigen Nährstoffen, optimale Energieversorgung des Gehirns und der Muskeln, langfristig bessere Gesundheit durch ein stärkeres Immun- und Nervensystem dank eines gut funktionierenden Kreislaufes.