Kalorien sind nicht allein ausschlaggebend für Abnehmerfolg

Seit Jahrzehnten predigen die Wissenschaftler, dass zu viele Kalorien dick machen. Doch auch Menschen, die akribisch den Energiewert von Nahrungsmitteln berechnen und ihre Essgewohnheiten danach richten, nehmen oft nicht ab. Wie kann das sein?

Tatsachen schon seit einem halben Jahrhundert bekannt

Forscher wissen schon seit den Sechziger Jahren, dass nicht Kalorien allein ausschlaggebend beim Abnehmerfolg sind. Auf die Art der Ernährung komme es an, da sind sich mittlerweile die meisten einig. Robert Atkins, seines Zeichens Herzspezialist, hat diese Erkenntnisse am eigenen Leib erlebt. Als junger Mann litt er an schwerem Übergewicht, das sich erst verflüchtigte, als er seine Ernährung radikal umstellte. Nur noch pflanzliche Proteine und tierische Fette durften es sein, Kalorien fielen dabei nicht ins Gewicht. Dafür musste Atkins von nun an auf Brot und Zucker verzichten, gleichzeitig auf alle Getreideprodukte. Kohlehydrate waren nur noch in Form von Gemüse und Obst erlaubt.

Die Kilos purzelten – der Wissenschaft zum Trotz

Und siehe da! Atkins verlor so schnell an Gewicht, dass er seinen Augen kaum trauen konnte. Aus seinen Erfahrungen entwickelte der heutige Mediziner eine Bestseller-Diät, die immer noch vielen Menschen ihren Weg zum Idealgewicht ebnet. Die allgemein wissenschaftliche Meinung will davon nichts wissen. Wenig Fett, viele, viele Kohlehydrate meint etwa die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, amerikanische Kapazitäten auf dem Gebiet sind ganz ähnlicher Ansicht. Sie raten zu bis zu 65 Prozent Kohlehydraten in der Nahrung, wenig Fett, das aus möglichst vielen ungesättigten Fettsäuren bestehen soll.

Doch was wollen die Menschen?

“Ohne uns”, so scheint das einhellige Echo in Industrie- und Entwicklungsstaaten zu sein. Denn der Trend geht nach oben – was das Gewicht angeht. Kalorientabellen und Nährwertangaben interessieren die Leute nicht. Sie wollen Eiweiß, sollen jedoch Kohlenhydrate essen. Seit dem Jahr 2005 sehen sich daher manche Wissenschaftler Atkins Methoden wieder genauer an. Sie haben nun entdeckt, dass der Mensch auf eine gewisse Menge Eiweiß getrimmt ist – wie viele Tierarten übrigens auch. So lange er diese nicht aufgenommen hat, isst er munter weiter. Stehen vor allem Kohlehydrate auf dem Speisezettel, verlangt der Organismus so lange Zufuhr, bis er endlich auch genügend Proteine registriert.

Quelle: www.zeit.de